Nach oben
Ab Oktober 2021 gilt der Redispatch 2.0. Was Sie jetzt wissen und beachten müssen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Redispatch 2.0 READY

 

Stand 23. September 2021

Redispatch 2.0 READY – was Sie jetzt wissen müssen

Zum 1. Oktober 2021 tritt Redispatch 2.0 in Kraft und wird für Anlagenbetreiber verpflichtend. Davon betroffen sind neben konventionellen Kraftwerken erstmals auch 100.000 EE-Anlagen aller Erzeugungstechnologien ab 100 kW installierter Leistung. Das bedeutet, dass Sie als Anlagenbetreiber Ihre geplante Stromproduktion bei Netzengpass-Situationen anpassen müssen. Redispatch 2.0 bringt somit für Sie als Anlagenbetreiber neue Rollen und Pflichten mit sich.

Das Thema ist sehr komplex und kann im ersten Moment zu Verwirrung und Unsicherheiten führen. Die e2m möchte Sie daher als Ihr Direktvermarkter unterstützen und entlasten.


Seit Jahresanfang investiert die e2m intensiv in ihre IT-Systeme und etabliert notwendige Prozess-Schritte, damit wir gemeinsam mit Ihnen pünktlich zum 01.10.2021 Redispatch 2.0 READY sind. Die Grafik zeigt Ihnen in Abgleich mit dem Zeitplan des BDEW- Einführungsszenarios die wichtigsten Umsetzungsschritte der nächsten Tage und Wochen seitens der e2m.

Im Folgenden finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zum Redispatch 2.0.

Was ist Redispatch 2.0?

Mit der Novellierung des EnWG und den resultierenden Gesetzesanpassungen im Rahmen des NABEG 2.0 (Mai 2019) wird der Prozess des Redispatching erweitert. Ab dem 1. Oktober 2021 werden alle rund 875 Verteilnetzbetreiber (VNB) und Anlagenbetreiber von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen in den Redispatch-Prozess integriert. Das bedeutet, dass die bisher weitgehend unabhängige Netzbewirtschaftung der VNB mittels des sogenannten Einspeisemanagements im Rahmen des EEG eingestellt und in den Redispatch-Prozess nach dem EnWG überführt wird. Betroffen von der Novellierung sind rund 100.000 EE-Anlagenbetreiber aller Erzeugungstechnologien mit über 100 kW installierter Leistung.

nach oben

Wie lautet die Anlagendefinition im Redispatch 2.0?

Im Sinne der Marktkommunikation zum Redispatch 2.0 wird Ihre Anlage als technische Ressource (TR) bezeichnet und einer steuerbaren Ressource (SR) zugeordnet. Der Unterschied ist, dass die SR die kleinste durch den Netzbetreiber (NB) einzeln steuerbare Einheit darstellt und demzufolge jede TR einer SR zugeordnet ist, aber eine SR auch mehrere TR enthalten kann.

nach oben

Wie funktioniert die Zuordnung der TR-ID zu SR-ID ?

Die Zuordnung der Technischen Ressource (TR) zur steuerbaren Ressource (SR) erfolgt durch den Netzbetreiber. Dies geschieht anhand von eindeutigen Identifikatoren (ID). Diese dienen der Zuordnung Ihrer einzelnen Motoren (TR-ID) zu den Fernwirkgeräten der Netzbetreiber (SR-ID). Die Zuordnung der TR- und SR-ID versenden die Netzbetreiber entweder direkt an den benannten Einsatzverantwortlichen (EIV) oder an die Anlagenbetreiber, welche die ID dem EIV mitteilen müssen.

nach oben

Welche Rollen und Pflichten haben Anlagenbetreiber im Redispatch 2.0?

Dem Anlagenbetreiber als solchem werden im Redispatch 2.0-Prozess initial zwei Prozessrollen zugedacht. Der Betreiber einer technischen Ressource (BTR) ist für den Betrieb einer TR verantwortlich. In der Rolle als BTR sind Sie vor allem in den Kommunikationsprozess zur Ermittlung und Abstimmung der Ihnen durch tatsächliche Redispatch-Maßnahmen entgangenen Ausfallarbeit involviert. In der Rolle des sogenannten Einsatzverantwortlichen (EIV) sind Sie unabhängig von konkreten Redispatch-Maßnahmen dafür verantwortlich, dem NB die Stammdaten, Planungsdaten und Nichtbeanspruchbarkeiten Ihrer Anlage zur Planung des Redispatch-Bedarfs zu übermitteln. Darüber hinaus ist der EIV bei der Durchführung im Abruffall – also bei tatsächlichen Eingriffen in die Fahrweise Ihrer Anlage durch den NB – involviert und wird über diese vorab vom NB informiert. Beide Rollen können grundsätzlich auch durch einen Dienstleister, etwa Ihren Direktvermarkter, übernommen werden.

nach oben

Welche Bilanzierungsmodelle stehen zur Verfügung?

Im Gegensatz zum Einspeisemanagement übernimmt der Bilanzkreis­verantwortliche (BKV), in der Regel ist das Ihr Direktvermarkter/Lieferant, im Redispatch 2.0 eine aktive Rolle. Anders als noch im Einspeisemanagement wird dem BKV im Redispatch die entstandene Ausfallarbeit im Abruffall in seinem Bilanzkreis ausgeglichen, damit auch dieser möglichst so gestellt wird, als hätte es den Eingriff nicht gegeben. Der Anlagenbetreiber kann daher zwischen zwei Bilanzierungsmodellen wählen, nach denen ein bilanzieller Ausgleich von Redispatch-Maßnahmen durchgeführt wird.

Bilanzierungsmodelle:

1. Prognosemodell bedeutet, dass der Netzbetreiber den Betrieb der Anlagen eigenständig prognostiziert und anhand dieser Prognosen Redispatch-Maßnahmen dimensioniert. Seine Prognosen gelten zudem, ex post, als Erstaufschlag für die Abstimmung der Ausfallarbeit einer Redispatch-Maßnahme. Betreiber einer technischen Ressource (BTR) müssen diese bestätigen oder einen Gegenvorschlag verschicken.

2. Im Planwertmodell erstellt der Einsatzverantwortliche (EIV) einer EE-Anlage Fahrpläne und sendet diese ex ante, über den Data Provider (DP), an die jeweiligen Netzbetreiber. Diese Fahrpläne sind Grundlage der Maßnahmendimensionierung im Redispatch und dienen ebenfalls zur Abstimmung der Ausfallarbeit im Falle einer Redispatch-Maßnahme. 

nach oben

Was ist der Unterschied zwischen Aufforderungsfall und Duldungsfall?

Im Aufforderungsfall regelt der Anlagenbetreiber selbst bzw. ein von ihm beauftragter Einsatzverantwortlicher (z.B. die e2m). Im Duldungsfall hingegen regelt der Netzbetreiber über die vorhandene Lastmanagementschnittstelle. Die e2m wird alle Anlagen in den Duldungsfall melden, sprich Redispatch-Maßnahmen durch die Netzbetreiber direkt regeln lassen.

nach oben

Welche Abrechnungsformen der Ausfallarbeit gibt es?

Die Ausfallarbeit definiert den bilanziellen Ausgleich bei einer Redispatch-Maßnahme und ist Grundlage für Ihren Entschädigungsanspruch. Es stehen folgende Abrechnungsformen zur Verfügung:

Pauschalverfahren
Pauschal bedeutet, dass der eingespeiste Wert der Viertelstunde vor der Redispatch-Maßnahme Grundlage der Berechnung der Ausfallarbeit dieser Redispatch-Maßnahme sein wird.

Spitz-Verfahren
In diesem Fall werden zur Berechnung der Ausfallarbeit vor Ort an der Anlage gemessene Wetterdaten wie Wind- und PV-Eintrag berücksichtigt.

Spitz-Light-Verfahren
Hier werden Wettermodelle oder Wetterdaten von Referenzanlagen (z.B. von einem Wetterdienstleister) als Basis zur Berechnung der Ausfallarbeit genutzt.

nach oben

Wie und von wem bekomme ich im Falle eines Abrufs meine Entschädigung?

Sie als Anlagenbetreiber werden für stattfindende Abrufe entschädigt. Die Marktprämie für ermittelte Ausfallarbeit erhalten Sie vom VNB. Den vereinbarten Vertragspreis zahlen Ihnen wir als Ihr Direktvermarkter aus. 

 

nach oben

Sind auch Anlagen in der Eigenversorgung von Redispatch 2.0 betroffen?

Soweit diese mit dem Stromnetz verbunden sind, besteht grundsätzlich die gleiche Teilnahmepflicht wie für alle sonstigen Anlagen über 100 kW installierter Leistung. Sie können allerdings im Rahmen der Stammdatenabfrage Ihren Eigenversorgungsanteil angeben. Dieser wird bei der Ermittlung Ihres individuellen  Redispatchpotenzials vom Netzbetreiber soweit möglich berücksichtigt.

nach oben

Wie werden meine Wärmeverpflichtungen berücksichtigt?

Informationen zu Wärmespeichern werden mit den Stammdaten übermittelt, sowie ggf. in den Echtzeitdaten zwischen Verteilnetzbetreiber und Betreiber kommuniziert (Planwertmodell). Die Auswirkungen auf die Wärmeversorgung der Anlage können nur bedingt vom Netzbetreiber berücksichtigt werden. Kosten, die dem Betreiber im Zuge einer Redispatch-Maßnahme entstehen, können dem Netzbetreiber in Rechnung gestellt werden.

nach oben

Welchen Service bietet mir die e2m an?

Die e2m bietet allen betroffenen Bestandskunden an, die Abwicklung der standardisierten elektronischen Marktkommunikation im Rahmen von Redispatch 2.0 als Dienstleister zu übernehmen. Dies gilt für die neu eingeführten Marktrollen „Einsatzverantwortlicher (EIV)“ und „Betreiber der Technischen Ressource (BTR)“.

Möchten Sie die e2m als Ihren Dienstleister für den Redispatch 2.0-Service beauftragen, wenden Sie sich bitte an unser Servicecenter. Wir stellen Ihnen gern alle weiteren Unterlagen zur Verfügung. Sofern Sie als EE-Anlagenbetreiber noch nicht in der Direktvermarktung sind, empfehlen wir Ihnen, ein Direktvermarktungsangebot einzuholen.

nach oben

Erhebt die e2m Gebühren für ihren Redispatch 2.0-Service?

Die Umsetzung des Redispatch 2.0 stellt Anlagenbetreiber, Direktvermarkter und Netzbetreiber vor große Herausforderungen und erfordert erhebliche Investitionen in die digitale Infrastruktur. Auch ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, mit welchem tatsächlichen Aufwand die Umsetzung des Redispatch 2.0 in der täglichen Praxis verbunden sein wird und ob insbesondere auch auf Seiten der Netzbetreiber eine einheitliche, volldigitale Realisierung gewährleistet ist.

Wir haben uns dennoch im Interesse unserer Kunden dafür entschieden, die Dienstleistung für unsere Kunden kostenfrei anzubieten und die bei uns mit der Einführung des Redispatch 2.0 anfallenden Kosten nicht weiterzugeben. Sollte sich in der täglichen Praxis zeigen, dass der Service nicht dauerhaft kostenfrei angeboten werden kann, werden wir ein entsprechendes Entgelt frühestens zum 01.01.2023 erheben.

nach oben

Was passiert, wenn ich nicht bis zum 01.10.2021 Redispatch 2.0 READY bin?

Die Nichteinhaltung/Nichtbeteiligung am Redispatch-Regime stellt einen Verstoß gegen Gesetz und BNetzA-Festlegung dar und kann schlimmstenfalls mit Geldbußen der BNetzA geahndet werden. Darüber hinaus sind weitere Sanktionierungen seitens der Netzbetreiber nicht auszuschließen.

nach oben

  • tüv rheinland
  • bdew
  • dlg
  • biogas
  • watt 2.0