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Thüringer Vollprofi geht flexibel in die Zukunft

Wie eine flexible Biogasanlage den wirtschaftlichen Kreislauf im Agrarbetrieb schließt

„Wir leben hier vor, wie die moderne Landwirtschaft funktioniert“, freut sich Frank Wolfram und lässt dieses Motto nicht nur für seinen Kuhstall mit 500 Milchkühen gelten. Seit 2006 schließt eine Biogasanlage den wirtschaftlichen Kreislauf des Hofes im thüringischen Saale-Orla-Kreis. Sie verwertet die anfallenden Abfälle aus Rindergülle, Hühnertrockenkot und Stallmist und versorgt den Hof und lokale Abnehmer mit Wärme. Mit der Abwärme aus der Anlage wird Getreide getrocknet.

So konsequent, wie sich die Biogasanlage in die Produktionsabläufe einfügt, so professionell kümmert sich der Anlagenfahrer Herr Meyer um die Optimierung der Erlöse aus der Stromerzeugung. Von ursprünglich 570 kW hat er die Anlage im Oktober 2017 auf 1.856 kW erweitert. Hinzu kommt ein vergrößertes Gasspeichervolumen von nun insg. 6.200 m³ und ein Wärmespeicher von 160 m³ zur Abdeckung des Wärmebedarfs zur Unterstützung der flexiblen Fahrweise.

„Beim Bau der BGA lag der Fokus nicht nur auf der Vermarktung von Strom. Das haben wir jetzt bei der Flexibilisierung stärker geplant. So unterstützt die BGA nicht nur unsere Betriebsabläufe, sondern wird auch für sich selbst gesehen wirtschaftlich. Wir haben mit der Flexibilisierung unsere Einnahmen mit der Anlage um das 4-Fache steigern können. So rechnet sich die Investition, und die Anlage leistet einen beachtlichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit des Hofes.“

Zusammen mit der e2m setzt Frank Wolfram diese Flexibilität gezielt ein, um Strom nach Bedarf zu produzieren oder dem Netzbetreiber als Regelenergie anzubieten. Heute schaltet die e2m die fünf BHKW der Anlage bis zu 2-mal pro Tag über eine Kommunikationsschnittstelle, um die Fahrweise an den Strompreisen auszurichten. Nur in Zeiten hohen Wärmebedarfs übernimmt Wolfram die Prognose selbst. Und das macht er so genau, dass er die profitablen Zeiten bestens ausschöpfen kann. Ein Vollprofi eben.

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Frank Wolfram, Vorstandsvorsitzender der Lemnitztal eG in Oberlemnitz: „Die Entscheidung, erneut in die Biogasanlage zu investieren, war definitiv die richtige." © Ostthüringer Zeitung/Fotograf: Peter Cissek

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